
Problem Description
Bestehende Smart-Badge-Lösungen bieten den Tragenden kaum direktes Feedback. Sie dienen meist der Telemetrie oder liefern Post-Event-Auswertungen, die erst nach der Veranstaltung für Veranstalter oder Teilnehmende zugänglich sind. Obwohl Badges auf nahezu jedem Event vertreten sind, wird ihr Potenzial bislang kaum ausgeschöpft: Es fehlt an einem direkten, individuellen Dialog, sowohl zwischen Ausstellenden und einzelnen Besucher:innen auf einer Messe als auch zwischen den Teilnehmenden untereinander.
Neben der individuellen Vernetzung eröffnet sich ein weiteres Feld: die einfache, spontane Interaktion innerhalb von Vortrags- oder Programmformaten. Häufig fehlt es an niedrigschwelligen Möglichkeiten, während einer Session Rückmeldung zu geben oder sich aktiv einzubringen, sei es durch Zustimmung, Ablehnung, Fragen oder Stimmungsbilder. Bestehende Ansätze setzen dafür meist zusätzliche Geräte oder Apps voraus, die eigens geöffnet oder installiert werden müssen, was die Hürde für spontane Beteiligung erhöht. Ein Interaktionsmittel, das ohnehin am Körper getragen wird, könnte diese Hürde deutlich senken und Beteiligung so alltäglich machen wie das Tragen des Badges selbst.
Letztlich werden Smart-Badge-Lösungen bislang vorwiegend für große Veranstaltungen konzipiert, bei denen hohe Teilnehmendenzahlen und komplexe Logistik den Einsatz zusätzlicher Technik rechtfertigen. Dabei könnte ein direkter, individueller Dialog gerade auch im kleineren Rahmen einen erheblichen Mehrwert bieten: Mini-Konferenzen, thematische Meetups oder größer angelegte Workshop-Formate leben von persönlichem Austausch und Vernetzung, verfügen jedoch selten über die Ressourcen, um aufwendige Technik-Lösungen einzusetzen. Gerade in diesen kompakteren Settings, in denen sich Teilnehmende oft wiederholt über den Tag hinweg begegnen, könnte ein niedrigschwelliges, unmittelbares Feedback- und Vernetzungsinstrument besonders wirkungsvoll sein.
Project Definition
Das Projekt erforscht also Funktionen, Interaktionen und verteilte Systeme smarter Konferenzbadges. Dazu entstehen physische Smart Badges mit eigenem Display, eingebettet in eine Serverarchitektur mit dediziertem User Flow, die in einem realen Veranstaltungskontext getestet werden.
Wir starten aber nicht bei null: Es existiert bereits ein funktionsfähiger Prototyp, auf dessen Basis sich schnell neue Features ergänzen oder bestehende Funktionen anpassen und iterieren lassen. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Stand aber noch deutliches Verbesserungspotenzial, sowohl auf Hardware- und Software-Seite als auch im Interaktionsdesign.
Wohin sich das Projekt inhaltlich im Detail weiterentwickelt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Durch eine anfängliche Reche werden Potentiale und schließlich konkrete Use Cases identifiziert. Auf dieser Grundlage werden Anforderungen an den Funktionsumfang sowie die technische Umsetzung definiert, realisiert und schließlich erprobt. Denkbare Bausteine sind dabei unter anderem Indoor-Localization, Datenerhebung und -auswertung, IoT, Embedded Systems, Physical Computing, drahtlose Nahbereichskommunikation (z. B. BLE/NFC), Echtzeit-Feedback- und Interaktionssysteme sowie Fragen der Nutzererfahrung in dicht besuchten und sozial dynamischen Umgebungen.
Speziell für die Evaluation und Tests haben wir mit dem InnoHub eine ideale Umgebung. Über das InnoFaktur-Projekt profitieren wir von einem Umfeld, das genau die beschriebene Bandbreite an Veranstaltungsformaten abbildet. Dort finden regelmäßig kleinere Workshops und thematische Formate statt, aber auch größere Veranstaltungen wie die KI Connect, bei der zahlreiche Unternehmen des Oberbergischen Kreises sowie der angrenzenden Region zusammenkommen. So können wir die entwickelten Prototypen iterativ erproben, angefangen mit ersten Tests im kleinen, kontrollierten Rahmen bis hin zur Validierung unter realen Bedingungen einer größeren Veranstaltung.
Learning Outcome
Da an einem realen Use Case gearbeitet wird und der Prozess von der Recherche über Rapid Prototyping bis zur Erprobung im echten Veranstaltungskontext durchlaufen wird, entsteht ein menschenzentrierter Arbeitsprozess im direkten Austausch mit Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis. Dabei werden Kompetenzen in den technischen und gestalterischen Disziplinen aufgebaut, die für die Konzeption und Umsetzung smarter, vernetzter Systeme relevant sind. Darüber hinaus können je nach Fokussierung Kompetenzen in den Bereichen Indoor-Localization, Datenerhebung und -auswertung, IoT, Embedded Systems, Physical Computing sowie Nutzererfahrung in dicht besuchten Umgebungen erworben werden.
Participation Requirements
Interesse an hardwarenaher Arbeit, verteilter Systeme und Datenauswertung.
External Project Partner
Wir kooperieren mit dem InnoHub, wodurch sich möglicherweise auch Kontakte zu dessen Mitgliedsunternehmen als weitere Projektpartner ergeben könnten.